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Menschen bleiben oft in vertrauten Szenarien stecken, die nicht mehr funktionieren
Die meisten Beziehungen werden nicht durch ein einziges schicksalhaftes Ereignis zerstört, sondern fallen langsam auseinander, weil sich immer wiederkehrende Verhaltensmuster, die einst für ein sicheres Gefühl sorgten, mit der Zeit die Intimität und die Entwicklung des Paares beeinträchtigen. Wie der Psychologe Mark Travers in Psychology Today schreibt, kann man sich immer wieder fragen, warum man sich immer wieder in denselben Situationen wiederfindet, aber die unbequeme und ehrliche Wahrheit ist, dass wir in vertrauten Skripten stecken bleiben, die nicht mehr funktionieren.
Der Experte nennt drei gängige Beziehungsmuster, die es zu erkennen und zu durchbrechen gilt, wenn Sie die Qualität Ihres Liebeslebens verbessern wollen:
1. Übertriebene Verantwortung um der Liebe willen
Eines der gesellschaftlich am meisten anerkannten Modelle in Beziehungen ist das Superfunktionieren, das mit den Versicherungen „Ich bin anspruchslos“, „Ich bin nicht schwierig“, „Ich kümmere mich um alles“ getarnt wird. Eine solche Person antizipiert ständig die Bedürfnisse anderer, übernimmt die emotionale Last und glättet Konflikte, bevor sie überhaupt entstehen können. Nach außen hin sieht das nach Hingabe aus, aber innerlich führt es oft zu Erschöpfung.
Die Wurzeln dieser Gewohnheit werden meist in der Kindheit gelegt. Als Intimität davon abhing, wie bequem, hilfreich oder gehorsam man war, lernte das Gehirn eine einfache Formel: Um geliebt zu werden, muss man sich mehr anstrengen als andere.
Die Studie Invisible Household Labour and Ramifications for Adjustment (Unsichtbare Haushaltsarbeit und Auswirkungen auf die Anpassung) ergab, dass Frauen immer noch unverhältnismäßig häufig die „mentale“ und emotionale Arbeit im Haushalt übernehmen. Travers zufolge führt dies selbst bei vorhandener Intimität zu einer geringeren Zufriedenheit mit dem Leben und der Beziehung selbst. Er rät, dem Partner Raum zu geben, um Verantwortung zu übernehmen und Fehler zu machen, ohne sofort einzugreifen, um die Situation zu retten.
2. Konfliktvermeidung unter dem Deckmantel der Kompatibilität
Der Satz „Ich mag einfach keine Dramen“ kommt vielen Menschen bekannt vor. Das Problem ist, dass Konfliktvermeidung oft mit emotionaler Reife verwechselt wird. Die Forschung von John Gottman beweist, dass nicht das Vorhandensein von Konflikten in einer Beziehung entscheidend ist, sondern die Art und Weise, wie ein Paar damit umgeht. Partner, die sich nie streiten, haben nicht unbedingt gesündere Beziehungen, denn hinter äußerer Gelassenheit kann sich emotionale Distanz verbergen.
Wenn Meinungsverschiedenheiten ständig totgeschwiegen werden, gehen sie allmählich in den Untergrund und äußern sich später in passiver Aggression, Kälte, Gefühlen der Einsamkeit in der Nähe des Partners oder plötzlichen Gefühlsexplosionen.
Um dieses Muster zu durchbrechen, muss man Konflikte neu denken, sagt Travers. Ein Streit sei keine Bedrohung, sondern eine Gelegenheit, Einblick in die Bedürfnisse, Grenzen und Werte des Partners zu gewinnen.
3. Verwechslung von Intensität und Nähe
Einem Psychologen zufolge besteht eines der trügerischsten Muster in Beziehungen darin, emotionale Belastung mit echter Intimität zu verwechseln. Schnelle Annäherung, ständige Korrespondenz und dramatische Höhen und Tiefen wurden von der Kultur lange Zeit als „wahre Liebe“ romantisiert.
In Wirklichkeit werden wir zu Beginn einer Beziehung eher von Dopamin als von einem Gefühl der Sicherheit angetrieben. Dadurch entsteht die Illusion von Tiefe, die nicht immer mit Sicherheit gleichzusetzen ist. Die Forschung zeigt, dass die frühe Bindung Zärtlichkeit und Synchronität mit Angst und Wachsamkeit in der Beziehung verbinden kann.
Wenn die Intensität eher auf Unvorhersehbarkeit als auf stabiler Gegenseitigkeit beruht, entwickelt sie sich mit der Zeit oft zu einer „Schaukel“. Menschen, die einem emotionalen Feuerwerk nachjagen, ignorieren oft die Eigenschaften, die die Beziehung eigentlich über Wasser halten. Um dieses Szenario zu durchbrechen, rät Travers, nicht nur auf die Stärke der Gefühle zu achten, sondern auch darauf, wie man sich in der Nähe des Partners fühlt.
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